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Historie des Vulkans Kammerbühl

Kammerbühl ist im Egerbecken zu finden. Im platten, fast wälderlosen Gelände, ähnelt Kammerbühl eher einer Erhöhung. Mit seiner Höhe 503 M ü.d.M. ragt der Berg nicht gerade heraus. Trotzdem kann Karlsbader Region, v.a. aber Region Eger, auf diesen jüngsten Vulkan in unserem Land stolz sein. Aktiv wurde nach den Wissenschaftlern am Ende des Tertiärs, also vor 80 000 Jahren. An die hier abklingende vulkanische Aktivität erinnert nur das ausströmende Kohlendioxid aus Verwerfungslinien, was eigentlich eine ähnliche Erscheinung der damaligen vulkanischen Aktivität ist, wie Existenz der Mineralquellen.

Geschichte, Mythen und Sagen

Über diesem erloschenen Vulkan gibt es gleich mehrere Sagen. Eine von diesen spricht über verzauberten Seelen. Damals konnte man nicht richtig die steigenden Giftgase und –dämpfe erklären. Man sprach also über die Gehässigkeit der dortigen Gespenster.

Im weiten Norden lebte ein mächtiger Zwergkönig mit seinem Volk. Dieser König erwärmte die Erde, um nicht so unangenehm kalt zu sein. Der König hatte drei Söhne, die er in die Welt schickte. Er befahl ihnen, das Feuer zu halten und die Erde zu erwärmen. Sie ließen sich im Kaiserwald (heute Slavkovský les) nieder. Der älteste Sohn wählte das tiefe Tal für sich und weil er anständig den Befehlen seines Vaters war, beheizte er sorgfältig die Umgebung genau so, wie es nötig war. Auf diesem Platz sprudelten Warmquellen auf, die einen Grund für Karlsbad (Karlovy Vary) legten. Der mittlere Sohn fand seinen Sitz im nicht so tiefen Tal, wie sein älterer Bruder. Er war lässig und heizte nur wenig. Die Quellen, die auf diesem Platz aufgesprudelt sind, waren kalt und gaben einen Grund für Entstehung des Marienbads (Mariánské Lázně). Der jüngste Sohn war jähzornig und impulsiv. Er heizte so, dass es zu einem Knall kam und das Grundwasser löschte sein Feuer. Auf der Explosionsstelle entstand Kammerbühl (Komorní hůrka) und auf dem Platz, wo die kalten Quellen aufgesprudelt sind, entstand Franzensbad (Františkovy Lázně).

Diese Geschichten sind jedoch durch wahrhaftige Informationen belegt. Kammerbühl (Komorní hůrka) entstand wirklich durch vulkanische Aktivität. Früher diente Kammerbühl als einen Bruch zur Gewinnung der Schlacke und dadurch wurde ein deutliches Profil des Vulkans entdeckt. Ein weiterer Beweis der Vulkanaktivität ist das Basaltvorkommen in südwestlichen Bergböschungen. Aber lassen Sie sich nicht irren. Falls Sie einen Ausflug auf Kammerbühl unternehmen, ist es möglich, dass Sie auf einem Weg geraten, der an den Bruch vorbei führt. Es handelt sich nicht um einen Krater. Diese Grube, 160M lang und 15M tief, ist vom Menschen ausgeschachtet.

In der Zeit, wann J. W. Goethe Kammerbühl besuchte, wurde ein wissenschaftlicher Streit zwischen zwei Gruppen von Geologen, „Neptunisten“ und „Plutonisten“ geführt. Die neptunistische Lehre begriff die Entstehung des Gesteines als Wasserablagerung (Neptun – Gott des Meeres) und vulkanische Tätigkeit als Ausbrennen der unterirdischen Kohlenflöze. Dagegen waren die Plutonisten (Pluto - Beiname des Gottes Hades). Ihre Lehre erklärte die Entstehung der Vulkane als Gesamtheit der Vorgänge innerhalb der Erdkruste, die durch Bewegungen und das Erstarren vom Magma hervorgerufen werden.

Zur Bewältigung des Problems war auch ein von den Seitengängen behilflich, der ziemlich steil auf dem südlichen Bergfuß des Kammerbühls mündet. Bei der Mündung ließ im Jahre 1837 Graf Kaspar Sternberg ein Granitportal mit der Aufschrift „DEN NATURFREUNDEN GEWIDMET von G. K. STERNBERG MDCCCXXXVII“ errichten. G. K. Sternberg war auch einer von den Mitbegründern des Nationalmuseums in Prag, er galt in der Zeit der nationalen Wiedergeburt auch als Mäzen der tschechischen Wissenschaft.

Gerade in dem Streit zwischen Plutonisten und Neptunisten spielte Kammerbühl eine führende Rolle. Damals weckte er Aufmerksamkeit vieler Wissenschaftler. Er wurde nicht nur in unserer geologischen Literatur bekannt, sondern auch im Ausland. Großes Verdienst hat J. W. Goethe darauf, der seit 1806 die westböhmischen Kurorte jährlich besuchte. 1808 besuchte Goethe Franzensbad (Františkovy Lázně) sowie Kammerbühl, den er in einem von seinen Artikeln auch beschrieb. Im Sommer 1822 fand auf dem Kammerbühl ein historisches Treffen statt. Graf Kaspar von Sternberg, Goethe, schwedischer Chemiker Berzelius, Dr. Pohl aus Karlsbad und Polizeirat der Stadt Eger (Cheb) Grüner wollten hier ihren Streit lösen. Goethe und Berzelius schlugen Graf von Sternberg vor, dass er einen Durchbruch in das Berginnere finanzierte. Dadurch sollte man feststellen, ob im Inneren ein ausgebranntes Kohlenflöz gibt, wodurch zur Explosion kam, wie die Neptunisten behaupteten oder ob es dort kompakte Masse der erstarrten Lava gibt, was den Theorien der Plutonisten entsprechen würde.

Graf Von Sternberg stimmte dem Vorschlag zu, aber mit der Ausgrabung fing man erst nach Goethes Tod im Jahre 1834 an. Es gelang dadurch eine Lage des mit der erstarrten Lava ausgefüllten Kraters zu entdecken. So wurde definitiv ein vulkanischer Ursprung des Kammerbühls bestätigt und mehrjähriger wissenschaftlicher Streit endete mit dem Sieg der Plutonisten.

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe

1749 – 1832
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Jöns Jacob Berzelius

Jöns Jakob Berzelius

1779 – 1848
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Kašpar Maria hrabě ze Šternberka

Kaspar Maria von Sternberg

1761 – 1838
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Franzensbad

Den Besuchern dienen zu den Kuren und Kurbädern eine Reihe von Heilquellen: Franzens-, Luisas-, Salz-, Wiesen-, Glauber- und Eisenquelle. Seit der Gründung Franzensbads ist die Stadt von den bedeutenden Persönlichkeiten des Öffentlichkeits- oder Kulturlebens besucht. Nach Franz I. waren es seine Tochter Maria Luisa, Dichter und Wissenschaftler J. W. Goethe, der hier der jüngste Vulkan – Kammerbühl – erforschte, der sich nicht weit von hier befindet. Ihre Spuren ließen hier auch Ludwig van Beethoven, Arthur Schoppenhauer, Johann Strauss, Jan Neruda und Božena Němcová.



Kulturerbe der Stadt hat schon vom Anfang an lange kulturelle Tradition. Bald wurde Theater aufgebaut, Museum und neue Gemeinschaftszentren eröffnet. Auch heute hat Franzensbad Blütezeiten vor sich. Die Stadt ändert sich vom Tag zu Tag. Sie können den Kaiserspuren durch die Stadt nachfolgen, Sie finden hier vier Statuen – zwei Statuen des Franz I., Statue des Franz II. und Statue des Franz Joseph I. Im Museum finden Sie einen Gipsabguss der Kaiserin Elisabeth, die eher als Sissi bekannt war (Original gibt es in Bayern).

Neuentdeckung des Kammerbühls




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